Donnerstag, 30. April 2009

haikus beim warten
löwenzahn blüht
immer noch

Donnerstag, 9. April 2009

paranoid in tunis

sitze im flug AF1685Y -24 märz 

frage mich immer wieder ob man diesen dingern trauen kann. hätte jetzt doch gern was höheres als mich, was ich bitten kann so daß nix schief geht. es wäre ja auch unsinnig der technik zutrauen.da gibt es nichts zu trauen, nur entweder oder- funktionieren oder nicht 
so ziemlich ohne hoffnung und die berühmten graustellen. die flügel werden getestet. darunter siehts irgendwie verostet aus.
diesmal sitzt kein netter geschäftsmann neben mir, der mir erzählt wie schön tunis ist und mich fragt was ich dort eigentlich so machen werde.  kunstprojekt äh nee doch urlaub. immer urlaub sagen verdammt. einem touristen dürfte sich dieses land sehr westlich darstellen - säkularisiert, gleichberechtigt und kapitalistisch. aber der rest.  "wie findet ihr euren präsidenten"          der gute mann hängt in jedem cafè ganz oben. "we don`t speak about, try you too" do u remember. ich steh mit jmd. in der pampa rum - vor einem geschlossenen laden. über uns ben ali. in mehrfacher ausführung lächelt er uns an. dieser vater seines volks. wir werden von der anderen straßenseite aus angestarrt -"there is no real opposition to ben ali" -der mann lächelt immer noch. ich will weitergehen. wir wirken wie eine versammlung. 
am tag nachdem unser projekt beendet ist, fast alle schon zurück geflogen sind, wirds ganz komisch.  polizeikontrollen sind nichts ungewöhnliches hier. klar - sie sind wie atmen. du fährst los und schon steht da ein soldat, der angenervt deinen pass sich mal genauer anzuschauen wünscht. natürlich nur von der eigenen bevölkerung. touristen werden nicht kontrolliert. der idealfall ist der, daß ausländer und inländer wie im flughafen aneinander vorbeigeschleust werden. mir fällt immer wieder die ddr ein. wenn ich älter wäre, könnt ich jetzt schöne vergleiche ziehen. fakt ist, daß das gefühlte spitzelsystem an die stasi erinnert.
und zu europa- "bei uns ist alles stabil - we do not talk about it". 
die spur neben uns ist leer, bis auf einen schwarzen wagen der anzieht, vorfährt, wieder zurückfällt und sich auf der höhe unseres taxis hält. dann zischt er ab. die hinteren fenster sind verdunkelt. später am abend heißt es: alle aussteigen natürlich nicht die touristen. die beiden kommen nach 5 min zurück: "we deal with it" - "what happend ?"  sie suchen jemanden. 
ein tourist oder auch mehrere sind verloren gegangen.  
"attention please": maschienengewehre wackeln an mir vorbei- schauen sich die anschlußflüge an -  Charles de Gaulle - "this is a security announcement" frankreich setzt auf abschreckung - taschen allein zulassen wäre jetzt eine ziemlich dumme idee - mir gegenüber sitzt ein mädchen mit mundschutz. das rechtfertigt sich. ich bin grad erkältet. ihr freund probiert auch so ein teil an, steckt es dann aber zurück in seine hello kittytasche. sie hat ihren schutz auch abgesetzt zum reden oder so. ich begreif die systematik nicht. sie behandelt das teil wie ein modeaccessoir. ich huste weiter. nun lauter - nicht mal ein blick von ihr. egal. 
denk daran was uns gesagt wurde. wir sollen in tunis nicht so viel fragen, um die anderen nicht in gefahr zu bringen und möglichst auf nachfragen als touristen uns geben. - ich hab palmen gezeichnet. 




Sonntag, 22. Februar 2009

nachhausegehn

denken denken dann wieder
der gedanke über den gedacht werden muß 
und zwar von außen
das es nicht geben soll 
außer in gegenständen
wo war ich
mein lieblingsgegenstand ist geld 
stolpere in straßen
mit einer handlung zwischen
repeat und repeat hängengeblieben 
take me out that night
gehts noch
- einfach
schöner wäre betrunken genug zu sein
bis der puls das einzige ist
please
also, was pulsiert
one by one
ist alkohol
turn it around
der weg bleibt nicht gerade
wiederholung massiert mein hirn
dichtung ist nicht behauptung
irgendwas fliegt vorbei
turn the world around
die welt dreht mich herum
step by step
immernoch
irgendwas kippt
stellt sich auf den kopf
aber das hab ich mir selbst ausgesucht
wurde mir gesagt
der schlüssel lässt sich auch nicht finden
und bit by bit
schlafen will man nicht




Sonntag, 15. Februar 2009

Ich liebte nicht die Totenkopfhusaren,
Und nicht die Mörser mit den Mädchennamen,
Und als am End die großen Tage kamen,
Da bin ich unauffällig weggefahren.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Geduld

Mit bemerkenswerter ruhe testet sie die ganzen zweifelhaften flaschen aus. Mengt sie unter die sicheren unter. Vielleicht gehen ähnliche formen besser zusammen und die maschine merkt es nicht. sie geht sehr umsichtig dabei vor. Wartet auf grün. Legt die flaschen ganz leicht und flink mit einer halben drehung hinein. So daß sie exakt am eingang abschließen. 
Aber das ist nicht nur manipulation. Sie nimmt sie genauso vorsichtig wieder entgegen und steckt sie erstmal zurück in ihren plastikbeutel der eigentlich aus vier oder fünfen besteht. 
So ein unsinn denk ich. wippe ein bisschen vor, um stress zu verbreiten. dann aber nach dem dritten durchlauf klappt es bei einer der flaschen endlich und die annahme wird lügen gestraft. Wir, die wir hinter ihr stehen dicht gedrängt mit nassen füssen, sagen ja stimmt. die frau ist gar nicht so verzweifelt und doof. das teil ist mist. Wir wollen einen menschen her und nicht diesen widerlichen schlund der uns anstinkt. an dem immer der ganze dreck hängen bleibt und der selber aussieht wie ein penner mit seinen pfützen und dem immer überfüllten mülleimer.
Darin wühlt die frau jetzt, ob sie nicht doch unter den 25cent plastikflaschen noch eine findet die man dem stinkschlot andrehen kann. Gemurre geht durch die reihe.
manch einer hat nicht nur die blindgänger  hier entsorgt sondern auch diverse sektflaschen. das find ich schlau. wozu noch mal extra zum glasmüll. hier passen die auch schön hin.

Samstag, 13. Dezember 2008

standards

ich kann ich will ich werde ich muß

veni vidi vici

fuck you

Donnerstag, 20. November 2008

zeit bearbeiten:


ich wache nicht vor 14 uhr auf. ok so ist es nicht richtig. ich stehe erst ab 14 uhr auf. das aufwachen beginnt so gegen
8:55 - mein wecker hat sich vor einer halben stunde bemerkbar gemacht und ist jetzt bei mir angekommen und/oder meiner nachbarin ihr freund, der nicht schlafen kann oder nicht lange, hat die wohnung verlassen. ich bin wach - wie soll der tag aussehen? - hab viel zeit verloren in vergangenen tagen. die muß ich aufholen. es ist noch früh. wie schön in einer stunde vielleicht mach ich mich und mein leben vollständiger.
10:32- mein wecker hat zwei weckfunktionen als absicherung und sie ist auch aufgestanden. macht sich grad kaffee. gestern wieder nicht abgewaschen. irgendjemand spielt trompete. anfangs dachte ich sie wär das. immer die gleiche melodie mit unfreiwilligen variationen. das kind hat`s nicht so mit dem takt aber das ist schön. eigentlich soll mein tag sich in drei teile gliedern: raus gehen, zeugs machen, dann nach haus, aufräumen sich ums leben kümmern und danach was neues erlernen. es gibt noch einen vierten teil den erledige ich jetzt. er bezieht sich darauf, sich die zukunft vorzustellen. das braucht viel zeit. die mühlen der fantasie mahlen ziemlich langsam.
12:13- nebenan ist ein baby, das immer genau zu dieser zeit schreit. trainiert wohl seine innere uhr. vor zwei monaten als ich es das erstemal hörte, war ich unendlich genervt. mal abgesehen davon, daß sich die laute nicht deuten lassen und es so aussieht, als ob es keinen grund für das gejaule gibt, ist der rythmus unerträglich. es setzt an mit einem wimmern, steigert sich hin zum kreischen, das so unversöhnlich klingt für ohren eines menschen, der tagtäglich nichts anderes lernt als kompromisse zu machen. schließlich verebbt es in trotzigen schluchzern um 2 sekunden später das ganze zu wiederholen. eine halbe stunde lang. mittlerweile hat es sich wie von selbst in mein wecksystem integriert. ich bin ihm dankbar.
der tag hat gerade erst angefangen und wenn ich ehrlich bin, hab ich morgens noch nie viel gemacht. sie macht sich zu aufbruch fertig. ihre zimmertür öffnet und schließt sich jetzt in kürzeren intervallen.
ich geh nochmal zurück in meine wunschträume und naja schlaf wieder ein.
13:45 - kann man das schon als nachmittags bezeichnen? ab jetzt brauch ich mindestens zwei stunden um das haus zu verlassen. ich lieg da und starr in den tag, der fast vorbei ist. immerhin hab ich noch die nacht. nix ist verloren außer der zeit.
heute muss ich wäsche waschen und endlich mal die letzten kisten vom umzug ausräumen. sachen wegschmeißen, die ich seit ewigkeiten mit mir herumtrage. mein zimmer ist ein depot. do it- verdammt. da war mal so ein typ. der wurde von seinen eigenen sachen erschlagen. er hat aus angst überall in seinem haus in den gängen durch sein gerümpel fallen aufgestellt. und just als er seinem bruder die tägliche orangen- und erdnussbutterbrotkur verabreichen wollte, wurde es noch dunkler um ihn. collyer hieß der gute mann.
14:17-ich bin im bad. da bin ich gern. hier kann ich noch mal ein bisschen schlafen.
so jetzt aber den tag optimieren: 14:30 wäsche waschen, 16:00 rausgehen, müll mitnehmen nicht vergessen, 4 stunden arbeiten dann zurück, einkaufen. 20:00 was essen und abwaschen. das heiße wasser rinnt über mich,beißt mir in die füsse, die nach ner viertel stunde rumsuchen nach was anziehbarem, kalt geworden sind. als ich aus dem bad komm, ist es 14:45.