ich wache nicht vor 14 uhr auf. ok so ist es nicht richtig. ich stehe erst ab 14 uhr auf. das aufwachen beginnt so gegen
8:55 - mein wecker hat sich vor einer halben stunde bemerkbar gemacht und ist jetzt bei mir angekommen und/oder meiner nachbarin ihr freund, der nicht schlafen kann oder nicht lange, hat die wohnung verlassen. ich bin wach - wie soll der tag aussehen? - hab viel zeit verloren in vergangenen tagen. die muß ich aufholen. es ist noch früh. wie schön in einer stunde vielleicht mach ich mich und mein leben vollständiger.
10:32- mein wecker hat zwei weckfunktionen als absicherung und sie ist auch aufgestanden. macht sich grad kaffee. gestern wieder nicht abgewaschen. irgendjemand spielt trompete. anfangs dachte ich sie wär das. immer die gleiche melodie mit unfreiwilligen variationen. das kind hat`s nicht so mit dem takt aber das ist schön. eigentlich soll mein tag sich in drei teile gliedern: raus gehen, zeugs machen, dann nach haus, aufräumen sich ums leben kümmern und danach was neues erlernen. es gibt noch einen vierten teil den erledige ich jetzt. er bezieht sich darauf, sich die zukunft vorzustellen. das braucht viel zeit. die mühlen der fantasie mahlen ziemlich langsam.
12:13- nebenan ist ein baby, das immer genau zu dieser zeit schreit. trainiert wohl seine innere uhr. vor zwei monaten als ich es das erstemal hörte, war ich unendlich genervt. mal abgesehen davon, daß sich die laute nicht deuten lassen und es so aussieht, als ob es keinen grund für das gejaule gibt, ist der rythmus unerträglich. es setzt an mit einem wimmern, steigert sich hin zum kreischen, das so unversöhnlich klingt für ohren eines menschen, der tagtäglich nichts anderes lernt als kompromisse zu machen. schließlich verebbt es in trotzigen schluchzern um 2 sekunden später das ganze zu wiederholen. eine halbe stunde lang. mittlerweile hat es sich wie von selbst in mein wecksystem integriert. ich bin ihm dankbar.
der tag hat gerade erst angefangen und wenn ich ehrlich bin, hab ich morgens noch nie viel gemacht. sie macht sich zu aufbruch fertig. ihre zimmertür öffnet und schließt sich jetzt in kürzeren intervallen.
ich geh nochmal zurück in meine wunschträume und naja schlaf wieder ein.
13:45 - kann man das schon als nachmittags bezeichnen? ab jetzt brauch ich mindestens zwei stunden um das haus zu verlassen. ich lieg da und starr in den tag, der fast vorbei ist. immerhin hab ich noch die nacht. nix ist verloren außer der zeit.
heute muss ich wäsche waschen und endlich mal die letzten kisten vom umzug ausräumen. sachen wegschmeißen, die ich seit ewigkeiten mit mir herumtrage. mein zimmer ist ein depot. do it- verdammt. da war mal so ein typ. der wurde von seinen eigenen sachen erschlagen. er hat aus angst überall in seinem haus in den gängen durch sein gerümpel fallen aufgestellt. und just als er seinem bruder die tägliche orangen- und erdnussbutterbrotkur verabreichen wollte, wurde es noch dunkler um ihn. collyer hieß der gute mann.
14:17-ich bin im bad. da bin ich gern. hier kann ich noch mal ein bisschen schlafen.
so jetzt aber den tag optimieren: 14:30 wäsche waschen, 16:00 rausgehen, müll mitnehmen nicht vergessen, 4 stunden arbeiten dann zurück, einkaufen. 20:00 was essen und abwaschen. das heiße wasser rinnt über mich,beißt mir in die füsse, die nach ner viertel stunde rumsuchen nach was anziehbarem, kalt geworden sind. als ich aus dem bad komm, ist es 14:45.